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Kunst und Spiritualität
Dies und Actus Academicus der PTH am 8. Dezember 2017

Am 8. Dezember 2017 begeht die PTH Münster ihren diesjährigen Dies und Actus Academicus zum Thema Kunst und Spiritualität und lädt dazu sehr herzlich ein.

Das genaue Programm der Tagesveranstaltung finden Sie hier (54 kB) .

Anmeldung bitte per email bis zum 1. Dezember 2017.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die Referenten und ihre Themen.

Filmästhetik und Spiritualität

Der Vortrag wendet sich der Frage zu, wie im Spielfilm über filmästhetische Ansätze die Dimension des Spirituellen erreicht und damit möglicherweise auch das Kino – als der bevorzugte Rezeptionsort für ein konzentriertes Wahrnehmen – zu einem Raum religiöser Erfahrung werden kann. Dazu sollen verschiedene Zugangswege vorgestellt und vergleichend diskutiert werden: Von Formen des kontemplativen Films über Versuche einer Evokation des Erhabenen bis hin zum Setzen darauf, dass sich allein über einen spezifisch gestimmten Blick auf das Alltägliche ein Mehr an Wirklichkeit entbergen lässt.

Prof. Dr. theol. Reinhold Zwick Jg. 1954, Studium der Katholischen Theologie und Germanistik, 1988 Promotion und 1997 Habilitation in Regensburg. 1996 bis 2001 Professor für Alt- und Neutestamentliche Exegese an der Katholischen Fachhochschule Freiburg im Breisgau. Seit 2001 Professor für Biblische Theologie und ihre Didaktik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. – Arbeitsschwerpunkte: Dialog von Theologie und Film; erzählwissenschaftliche und leserorientierte Methoden der Exegese; Rezeptions- und Wirkungsgeschichte des Alten und Neuen Testaments; Intermedialität. – Publikationen (Auswahl): Zeit BILD Theologie. Filmästhetische Erkundungen (2011; Hg., zus. mit Peter Hasenberg und Gerhard Larcher); Passion und Transformation. Biblische Resonanzen in Pier Paolo Pasolinis „mythischem Quartett“ (2014); The Bible Revisited. Neue Zugänge im Film (2016; Hg., zus. mit Peter Hasenberg); Mitherausgeber der Buchreihe „Film und Theologie“ im Schüren-Verlag (Marburg).

Zeitgenössische Kunst als Kunst als Quelle von (christlicher) Spiritualität?
Ästhetische und empirische Zugänge

Bildern wird spätestens seit Gregor dem Großen eine spirituelle Funktion zugewiesen. Doch inwiefern gilt dies auch für zeitgenössische Kunst mit ihrem Autonomieanspruch? Anhand von ausgewählten Kunstwerken und empirischen Erkundungen zu Kunst im Kirchenraum soll in dem Vortrag das Potenzial von zeitgenössischer Kunst für (christliche) Spiritualität diskutiert werden.

Prof. Dr. Claudia Gärtner ist Universitätsprofessorin für Praktische Theologie an der TU Dortmund und Leiterin der „Arbeitsstelle für religiöse Bildkompetenz und Bilddidaktik“. Weitere Forschungsschwerpunkte: Jugendverbandsarbeit in der Ganztagsschule, Kirchengeschichtsdidaktik, Fachdidaktische Entwicklungsforschung.


Bild versus Wort Gottes?
Zur Bildtheologie von Alex Stock

Ist die von Alex Stock geförderte „Bildtheologie“ schon richtig verstanden, wenn sie als Reaktion auf den Bildersturm der Sechsigerjahre einordnet? Müssen die Vertreter des solo verbo mit der Kunst fremdeln, wenn Jesus Christus „das Bild des unsichtbaren Gottes“ ist? Wenn die Kunst einst verhindert hat, dass die akademische Theologie zum Museum Gottes wurde; wurde er dann am Ende nicht doch – zusammen mit ihr – in die Museen verbannt? Kann Kunst heute helfen, die Theologie aufleben zu lassen?


Dr. Johannes Rauchenberger (geb. 1969) ist Kunsthistoriker und Theologe. Er leitet seit 2000 das Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz. Als Ausstellungskurator und Kulturpublizist ist er auch andernorts tätig. Zu seinen Veröffentlichungen zählt: Gott hat kein Museum/No Museum Has God. Religion in der Kunst des beginnenden XXI. Jahrhunderts, 3 Bände, Paderborn 2015.


„Und lass mich sehn dein Bilde …“
Impulse zur Christusfrömmigkeit in der Gegenwartskunst?

Die geistliche Betrachtung von Christusbildern hat die Frömmigkeit in der Vergangenheit stark geprägt. In den letzten Generationen ist diese Frömmigkeitspraxis zurückgegangen, manche Christusbilder sind zur Belanglosigkeit abgeflacht. Der Vortrag befragt einige Christusbilder der Gegenwart auf ihren geistlichen Gehalt.

 
Prof. Dr. Johannes Meyer zu Schlochtern, geb. 1950, Professor für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft an der Theologischen Fakultät Paderborn. Neben fundamentaltheologischen Veröffentlichungen organisiert er regelmäßig Ausstellungen zum Dialog von Kirche und Gegenwartskunst.

Verborgene Gegenwart
Der Hymnus Adoro te devote: Zur poetischen Verdichtung der Eucharistietheologie bei Thomas von Aquin

Gabe, Gegenwart und Wandlung sind zentrale Begriffe des eucharistietheologischen Denkens. Thomas von Aquin hat nicht nur Reflexionen zur Realpräsenz Christi in der Eucharistie und zur Transsubstantiation der Gaben von Brot und Wein vorgelegt, sondern auch Hymnen geschrieben, in denen er das Wesentliche poetisch verdichtet hat. Der wohl schönste ist der Hymnus Adoro te devote, der im Vortrag gedeutet und auf seine theologische Gegenwartsrelevanz hin befragt werden soll.


Prof. Dr. Jan-Heiner Tück, geb. 1967, Prof. für Dogmatik u. Dogmengeschichte an der Kath.-Theol. Fakultät Wien; Schriftleiter der Internationalen Kath. Zeitschrift Communio; Mitarbeiter der NZZ; Initiator der Wiener Poetikdozentur „Literatur und Religion“; Veröffentlichungen (Auswahl): Gabe der Gegenwart. Theologie und Dichtung der Eucharistie bei Thomas von Aquin, Freiburg 3. Aufl. 2014; Erinnerung an die Zukunft. Das Zweite Vatikanische Konzil, Freiburg 2. Aufl. 2013; Gottes Augapfel. Bruchstücke zu einer Theologie nach Auschwitz, Freiburg 2. Aufl. 2016.