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Geistliche Trockenheit // Spirituell Dryness

Bis zum heutigen Tage haben 400 Personen (auch Ordensleute) an unserer Befragung („Fragebogentest“) zu den Themenbereichen Spiritualität, Wahrnehmung des Heiligen und geistliche Trockenheit teilgenommen.
Hierzu begleitend, werden vertiefende qualitative Interviews mit Ordensleuten durchgeführt.

Dabei geht es nicht nur um das Erleben „geistlicher Trockenheit“ (auch wenn es nur selten oder bisher auch gar nicht vorgekommen ist), sondern auch um das Leben in einer älter und kleiner werdenden Gemeinschaft und die Motivation im Glaubensleben.
Dass Gefühle „geistlicher Trockenheit“ auftreten können, ist nicht ungewöhnlich. Religiöse Menschen machen die Erfahrung, dass Gott nicht immer so antwortet, wie sie es erwarten oder wünschen. Solche Phasen können im günstigsten Fall überwunden werden, und das führt auch zu einer Vertiefung des geistlichen Lebens – oder die Gefühle der Trockenheit persistieren und führen zu spiritueller Verzweiflung und Glaubensverlust. Wenn solche Gefühle zum Beispiel bei seelsorglich Tätigen anhalten, kann dies den Umgang mit anderen beeinträchtigen – denn die eigene Arbeit ist vielleicht nicht mehr „beseelt“, sie wird nur noch zur Routine, und das eigene geistliche Leben verkümmert.
Wie damit umgegangen wird, ist entscheidend: Zieht sich der Betroffene innerlich zurück, bleibt er in Beziehung zu Gott, wendet er sich anderen zu (entweder hilfesuchend oder selber helfend)?


Mit Hilfe der Spiritual Dryness Scale (SDS-6) lassen sich sechs Empfindungen und Gefühle der gefühlsmäßigen Gottesferne erfassen. In der Deutschen Seelsorgestudie konnten hiermit erste Ergebnisse generiert werden1, die zu weiteren Fragen geführt haben, und die nun in unseren Forschungsprojekten vertieft werden sollen.
Langfristiges Ziel ist 1) die Erörterung des theologischen Hintergrundes gestützt auf einer sowohl empirischen als auch qualitativen Datengrundlage, 2) die Erörterung der Ergebnisse in Rahmen von Fokusgruppen und 3) die Entwicklung von Vorschlägen zur Begleitung dieser Form einer „spirituellen Krise“.

>> Bei inhaltlichen Anliegen und Fragen können Sie sich mit Prof. Dr. Arndt Büssing (Tel.: 02330-623246; arndt.buessing@uni-wh.de in Verbindung setzten.




1 Büssing A, Günther A, Baumann K, Frick E, Jacobs A: Spiritual dryness as a measure of a specific spiritual crisis in catholic priests: associations with symptoms of burnout and distress. Evidence-based Complementary and Alternative Medicine 2013; Article ID 246797.
Büssing A, Baumann K, Jacobs K, Frick E: Spiritual Dryness in Catholic Priests: Internal Resources as possible Buffers. Psychology of Religion and Spirituality 2017; 9(1): 46-55. (online Jan 21, 2016)
Büssing A, Frick E, Jacobs C, Baumann K: Spiritual Dryness in Non-ordained Catholic Pastoral Workers. Religions 2016; 7, 141; doi:10.3390/rel7120141
. Büssing A, Sautermeister J, Frick E, Baumann K: Reactions and strategies of German Catholic priests to cope with phases of spiritual dryness. Journal of Religion and Health 2017; 56: 1018–1031 (Online Nov 28, 2016)