Internationales Symposium zu Werten, Sinn und Spiritualität in der Management- und Führungspraxis

Diese Tagung vertiefte die steigende Bedeutung von Werten und Spiritualität in beruflichen Prozessen und betrachtete sie aus unterschiedlichen Perspektiven. Dazu bot die Veranstaltung eine Plattform für den inhaltlichen Austausch und den Aufbau von interdisziplinären Netzwerken im Themenbereich.

Es referierten mit Pater Thomas Dienberg OFMCap (IUNCTUS, Münster), Prof. Dr. Dr. Hemel (Weltethos-Institut, Tübingen), Prof. Dr. Alewell (Uni Hamburg) und Dr. Weßling (Wessling-Group, Altenberge) Experten aus Wissenschaft und Praxis gewonnen werden.

 

Öffentliche Abendvorlesung zur Theologie der Spiritualität gestartet

Das Spätmittelalter brachte das Bewusstsein hervor, dass der Mensch innerhalb der von Gott geordneten Welt einen Freiheitsraum hat, den er gestalten kann und muss. Die Renaissance der antiken Kultur in Wissenschaft, Technik und Kunst prägten das 15. Jahrhundert. Pico della Mirandolas Schrift von der Würde des Menschen (1496) ist für uns heute eine Grundschrift dieses neuen Lebensgefühls und dieser neuen Welterfahrung. Der Mensch ist von Gott in die Freiheit seines Lebens gesetzt. Diese Freiheit kann und muss er gestalten. Das war gegenüber dem Hochmittelalter völlig neu. Mit diesem Lebensgefühl stand aber eine sehr zentrale Frage im Raum: Wie verhält sich Gott zu dieser Freiheit? Hat er den Menschen in diese Welt entlassen, in der der Mensch nun nach den Prinzipien des Evangeliums leben soll? Oder ist Gott wie auch immer in dieser Welt da und will dem Menschen begegnen und ihm seinen Willen mitteilen? Am Beginn des 16. Jahrhunderts passte die Frömmigkeit des Mittelalters nicht mehr zu dem Menschen, der über sich selbst hinausgewachsen war. Aber wie sah eine Frömmigkeit für die neue Zeit aus? Die Vorlesung stellt einige der spirituellen Denkerinnen und Denker, die sich diesen Fragen widmeten, und Bewegungen, die diese neue Zeit hervorbrachte, vor.

Die Öffentliche Abendvorlesung findet im Wintersemester immer montags von 19:30 bis 21 Uhr statt.

“Mehr als Bauhaus” – Prof. Dr. Stephan Winter gestaltet eine spannende Studienwoche im Franz Hitze Haus mit

„Mehr als Bauhaus“: Unter diesem Titel fand vom 02.-05.09.2019 wieder die Studienwoche „Liturgie – Kunst – Kultur“ im Franz Hitze Haus statt. Unter Leitung von Prof. Dr. Stephan Winter (PTH/IUNCTUS), Dr. Andreas Poschmann (Deutsches Liturgisches Institut, Trier) und Dr. Frank Meier-Hamidi (FHH) haben sich etwa 30 Teilnehmende aus Deutschland und Österreich, darunter zahlreiche Fachleute aus Theologie, Kunstgeschichte und Architektur, mit „Aufbrüchen in Liturgie und Ästhetik am Anfang des 20. Jahrhunderts“ befasst.
Durch die äußerst instruktiven Vorträge, die eine Vielfalt von Themen behandelt haben, wurden lebhafte Diskussionen angeregt. Dabei hat sich u.a. gezeigt, dass das in diesem Jubiläumsjahr durch ein großes Spektrum an Veranstaltungen und Publikationen gefeierte Bauhaus unbedingt im Blick auf ähnliche Institutionen und Netzwerke, die sich in den 1920er und 30er Jahren entwickelt haben, kontextualisiert werden muss.
Die Tagung hat nicht zuletzt in dieser Hinsicht innerhalb der Impulse zum Bauhaus-Jubiläum einen bemerkenswerten eigenen Akzent gesetzt – zumal seitens der Fachtheologie kaum entsprechende Initiativen zu verzeichnen waren. Eine Publikation von einigen der Vorträge unter der konzeptionellen Verantwortung von Stephan Winter ist für 2020 bereits geplant.

 

Die Fotos zeigen die Studiengruppe während der Exkursion zum HeinrichNeuyBauhausMuseum,Borghorst, wo u.a. die Sonderausstellung „Bauhaus-Dialoge: Die Avantgarde in Osteuropa“ besichtigt werden konnte (Link: www.heinrichneuybauhausmuseum.de). Die zweite Station bildete die von Dominikus Böhm 1936-1938 errichtete Kirche Heilig Kreuz in Dülmen, die auch als wichtiger Kirchenbau dieser Epoche in die „Strasse der Moderne“ des Deutschen Liturgischen Instituts aufgenommen worden ist (Links: https://www.heilig-kreuz-duelmen.de/kreuz12/jupgrade/index.php?option=com_content&view=article&id=170:kreuzkirche&catid=80&Itemid=147; http://www.strasse-der-moderne.de/portfolio/duelmen-heilig-kreuz/).

Die Ehe – ein ganz spezieller Fall

Die Ehe zwischen Christen ist nach katholischer Lesart ein Sakrament. Soweit, so gut. Doch zu beschreiben, worin das theologische Spezifikum dieser Verbindung zweier Menschen liegt, fällt schwer: zum einen, weil Theologie, Liturgie und Recht der Ehe(-schließung) durchaus verschiedene, ungleichzeitige und teilweise inkompatible Entwicklungen genommen haben. Zum anderen wächst die Vielfalt gelebter Beziehungswirklichkeiten in unserem sozio-kulturellen Kontext immer mehr an.
Auch vor diesem Hintergrund wird die Sakramentalität der Ehe meist anlässlich von Konflikten thematisiert: Man debattiert über gescheiterte Ehen und mögliche kirchen- und arbeitsrechtliche Konsequenzen, über das Verhältnis von ziviler und sakramentaler Eheschließung, über die Herausforderung der Ehetheologie durch die Einführung der Zivilehe für homosexuelle Paare und Vieles mehr. Angesichts dessen braucht es neue theologische Perspektiven, denn: Es reicht sicherlich nicht mehr aus, einfach die Sakramentalität der Ehe mit ihrer Unauflöslichkeit gleichzusetzen, oder althergebrachte sakramententheologische Standardantworten aus der Theologiegeschichte zu bemühen.
Ein Studientag am 02. Juli hat sich deshalb an der Universität Erfurt der interdisziplinären Vergewisserung einer Theologie der Ehe gewidmet, die liturgisch, dogmatisch, seelsorglich und kirchenrechtlich tragfähig ist. Er hat im Anschluss an den Festakt zum 40jährigen Jubiläum des Interdiözesanen Offizialats für das Gebiet der ostdeutschen Bundesländer im Bildungshaus St. Ursula stattgefunden. Zahlreiche Studierende, Fachvertreter/innen und Praktiker/innen sowie Interessierte aus Theologie, Pastoral, Familien- und Eheberatung, Ordinariaten und Offizialaten haben teilgenommen.
Prof. Stephan Winter hat einen der Hauptvorträge zum Thema “Wie viel Segen darf’s denn sein? Liturgietheologische Überlegungen zur rituellen Begleitung von Paarbeziehungen” beigesteuert. Als Referent(inn)en wirkten außerdem mit: Julia Knop (EF), Gabriele Zieroff (R), Michael Seewald (MS), Hans-Joachim Sander (Salzburg), Tobias Gremler (EF), Myriam Wijlens (EF).
Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier.