Dogmatik und Dogmengeschichte

Dogmatik und Dogmengeschichte

Die dogmatische Theologie ist die Disziplin der systematischen Theologie, die den inneren Zusammenhang der Glaubensinhalte für den zeitgenössischen Hörer des Wortes darlegt. Sie gibt den überlieferten Glauben so weiter, dass er heute verstanden werden kann.

Die Übereinstimmung der Glaubensinhalte mit der ursprünglichen Überlieferung, der Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus, zeigt die Dogmengeschichte auf. Sie stellt dar, wie die Kirche in den verschiedenen Epochen und Auseinandersetzungen ihrer Geschichte den Glauben für die Zeitgenossen zu formulieren und dabei der Überlieferung treu zu bleiben suchte. Untersucht werden daher die Lehrmeinungen der auf Synoden und Konzilien versammelten Bischöfe und die großer Theologen wie z. B. Origenes und Athanasius, Augustinus und Anselm von Canterbury, Thomas von Aquin, Bonaventura und Duns Scotus, die der Reformatoren und der theologischen Schulen sowie die Reflexion dieser Positionen und die Antwort auf sie bei modernen Theologen wie Henry de Lubac, Karl Rahner und Hans Urs von Balthasar.

Die PTH sieht sich der franziskanischen-medikantischen Theologietradition verbunden.

Der Blick in die Geschichte gibt nicht nur die Standards theologischen Denkens vor, er fordert die Dogmatik zugleich dazu auf, weiterzuarbeiten an einer zeitgemäßen Übersetzung der überlieferten Glaubensinhalte. Die aktuellen Denkformen der Natur- und Geisteswissenschaften müssen daher philosophisch auf ihre Tauglichkeit für diese Aufgabe hin geprüft und ggf. der Theologie anverwandelt werden, um zu einer konsistenten Gesamtschau von Gott und dem Menschen in seiner Welt  zu gelangen.  Die Dogematik ist Teil des Themenbereichs der Systematischen Theoligie

Systematische Theologie

Die systematische Theologie bringt die innere Verbundenheit zur Geltung, die den verschiedenen Aspekten der Theologie von ihrem Gegenstand her eignet, da sie Gotteswort (Theou logos) ist, in einem zweifachen Sinn: menschliches Sprechen von Gott und Gottes Selbstmitteilung. Daher muss die systematische Theologie von ihrem Wesen her eine kritisch reflektierende Wissenschaft sein, die darauf achtet, dass die menschliche Begriffsbildung der göttlichen Selbstoffenbarung in Jesus Christus zu entsprechen sucht. Dabei berücksichtigt sie die jeweiligen weltanschaulichen und kulturellen Voraussetzungen der Hörer des Wortes Gottes, auf dass es verstanden werde.

Die systematische Theologie umfasst die theologischen Fächer, die mit philosophischen Mitteln die Voraussetzungen (Fundamentaltheologie/Theologische Propädeutik) und den Inhalt des Glaubens (Dogmatik) theoretisch bzw. praktisch (theologische Ethik) reflektieren.

Der Arbeitsschwerpunkt der PTH Münster ist die Theologie der Spiritualität. Die systematische Theologie an der PTH leistet einen wichtigen Beitrag bei der Gewinnung theologischer Kriterien einer christlichen Spiritualität.