Der Werdegang der PTH

Historie

Die Anfänge der Ausbildungsstätte sind fast 150 Jahre vor der Gründung der Westfälischen Wilhelms-Universität zu finden. Schon im Jahr 1630 errichtete die Sächsische Franziskanerprovinz ein Studienhaus in Münster. Es bestand in der Stadt, bis im Zuge der Säkularisation 1811 die Ordensstudien allgemein aufgehoben wurden. Nachdem in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Franziskaner in Warendorf und Paderborn einen Neuanfang gemacht hatten, kehrte mit dem Neubau des im Krieg zerstörten Klosters am Hörsterplatz die Hochschule 1963 wieder nach Münster zu­rück. Die Rheinisch-Westfälische Kapuzinerprovinz hatte 1889 – nach dem Kulturkampf – das Philosophie­studium ihrer Studenten nach Münster verlegt. Platzmangel zwang zum Umzug nach Krefeld. Nach Umbau- und Erweite­rungsmaßnahmen kamen 1911 die Theologiestudenten der Gemeinschaft nach Münster. In den Jahren 1968/69 begannen die Ordensprovinzen im Ausbildungsbereich eng zusammen zu arbeiten. Das gemein­same Philosophie­studium fand in Münster, das der Theologie zunächst in München statt. 1971 wurde beides zur „Philosophisch- Theo­logischen Hochschule der Franziskaner und Kapuziner“ in Münster vereinigt.

Nach dem Ausstieg der Franziskaner im Jahre 1998 verblieb die PTH in alleiniger Trägerschaft der Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz, jetzt der Deutschen Kapuzinerprovinz. 2004 zog die Hochschule in die im Volksmund so genannte Harenbergsche Villa am Hohenzollernring. Die Villa hatte der jüdische Getreidehändler Max Cohnen 1923-25 für seine Familie erbauen lassen. 1937 hatte er sie verkaufen müssen und mitsamt seiner Familie vor den Nazis aus Münster fliehen müssen. Er konnte sich retten. Die Franziskanerinnen von Münster St. Mauritz erwarben die Villa im Jahre 1983 und führten dort bis 2003 eine Altenpflegeschule.

2019 fällte die Hochschulleitung gemeinsam mit dem Träger, der deutschen Kapuzinerprovinz, den Entschluss, im Zeichen von Konzentration und Umstrukturierung den Betrieb der PTH im März 2020 vom Hohenzollernring in die Kapuzinerstraße zu verlagern. Die Hochschule nutzt dort die räumlichen Kapazitäten im renovierten Klostersaal und im Musikzimmer, die als großer respektive kleiner Hörsaal dienen, und Seminarräume. Auch kann die dortige Infrastruktur wie etwa Küche und Bibliothek genutzt werden. Mit der Verlagerung geht eine Konzentration und Umstrukturierung des Studienprogramm einher. Neben dem bewährten und profilierten Lizentiat in Theologie der Spiritualität werden ein neuer berufsbegleitender Masterabschluss konzipiert und neue Zertifikate angeboten, die vor allem für katholische Einrichtungen wie Krankenhäuser interessant sein werden. Auch wird weiter in Geistlicher Leitung und Begleitung ausgebildet. Darüberhinaus bleibt die PTH an den Planungen eines Campus für Theologie und Spiritualität in Berlin beteiligt.