Philosophisch-theologische Grenzfragen

Philosophisch-theologische Grenzfragen

In der Post/Moderne haben viele der überlieferten theologischen Unterteilungen und Fächerzuschreibungen ihre Plausibilität verloren. Ein zentraler Grund für diese Entwicklung ist, dass klar umrissene religiöse Welten und die ihnen entsprechenden theologischen Begrifflichkeiten an ihr Ende gekommen sind. Zudem ist ein Großteil der kirchlichen Traditionsbestände grundstürzenden Umwandlungsprozessen ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund vollzieht sich eine gegenwartssensible theologische Reflexion heute v.a. an „Andersorten“ (Michel Foucault). Im Gespräch mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen – nicht zuletzt an der Grenze zur Philosophie – wird die Theologie sich ihrer selbst als gesellschaftspolitische und mystische Rede über Gott bewusst. Methodisch begreift sich eine solche dialogisch angelegte Theologie als Kultur-, Erkenntnis- und Religionskritik.

Mit Charles Taylor (A Secular Age, Cambridge, MA 2007) interessieren mich die wechselseitigen Transformationen zwischen Säkularem und Religiösen. In dieser Perspektive beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit post/modernen Denkern wie Giorgio Agamben, Michel de Certeau SJ, Jacques Derrida, Roberto Esposito, Michel Foucault, Claude Lefort, Jean-Luc Nancy, Michel Serres, Gianni Vattimo und Slavoj Žižek. Als Fundamentaltheologe in den Fußspuren der neuen Politische Theologie (Johann Baptist Metz, Tiemo Rainer Peters OP) gehe ich vor allem den theoretischen Grundlegungen einer „Spiritualität ohne Gott“ (André Comte-Sponville) nach, untersuche sie auf ihre politischen Implikationen und befrage die philosophischen Ansätze auf ihre systematisch-theologische Anschlussfähigkeit.