»Arm an Dingen, reich an Leben« (nach BR 6,4)

Vorlesungszyklus zu Franz und Klara von Assisi

Die PTH bietet einen Vorlesungszyklus zu Kernthemen franziskanisch-klarianischer Spiritualität an.
In den sechs einzelnen Modulen dieser Vorlesungsreihe geht es um grundlegende spirituelle Erfahrungen von Franz und Klara. Die Beschäftigung mit franziskanisch-­klarianischer Geschichte führt auch zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Fragen der Gegenwart. Jede The­matik wird in sich abgerundet behandelt. Die Veranstaltungsreihe wird durchgeführt von Dr. Martina Kreidler-Kos und Dr. Niklaus Kuster OFMCap und richtet sich an alle Interessierten.

Im Sommersemester 2018 findet das dritte Modul statt:

Freiheit und Geschwisterlichkeit in der Kirche
Franziskanische Basiskirche und Kirchenreform

Termine:
20./21. April 2018, 18./19. Mai 2018, 15./16. Juni 2018
Freitagnachmittag: 16.00 – 20.00 Uhr / Samstagvormittag: 09.00 – 13.00 Uhr.

Je eine Einheit gestalten die Referentin und der Referent alleine, die zweite Blockveranstaltung wird von beiden gemeinsam geleitet.

Kein Papst steht seit dem jüngsten Konzil derart für Erneuerung in der katholischen Kirche wie Jorge Mario Bergoglio, der sich Franziskus nennt. Hochbetagt sorgt er für einen katholischen und einen ökumenischen „Frühling“ – und seine Namenswahl erweist sich auch darin programmatisch: Nicht kleri- kal, sondern geschwisterlich sollen kirchliche Amtsträger sein, alle Gläubigen und nicht die Hierarchie bilden das „Volk Gottes“, Gottes Geisteskraft inspiriert an der Basis und in den Ortskirchen und finden sich Gottes Spuren in der Geschichte Israels, der Kirche und der Völker, so begegnet der Lebendige selbst im Heute und in neuen Erfahrungsräumen.

Obwohl sich der Auftrag „Baue meine Kirche auf“ erst 20 Jahre nach seinem Tod in der Biografie des hl. Franziskus findet, steht der Gründer für eine beherzte Kirchenreform: nicht institutionell, sondern evangelisch, weshalb Martin Luther den Poverello in vielerlei Hinsicht als Vorläufer betrachtete. Klara von Assisi macht mit ihren Schwestern in San Damiano deutlich, dass die Kirche aus Menschen besteht, als Glaubensgemeinschaft ausstrahlt und um Christus versammelt nur dann blüht, wenn sie Mystik mit Solidarität verbindet.

Der dreiteilige Zyklus lässt Kirchenbild und -reform der franziskanischen Frühzeit in den Dialog mit der katholischen Kirche und ihren Schwesterkirchen heute treten: Was kennzeichnet eine Kirche, die sich von Franz und Klara zu geschwisterlicher Freiheit ermutigen lässt – in der Nachfolge Jesu, im Umgang mit Charisma und Macht, lokal verortet und universal offen, Traditionen kreativ weiter gestaltend und innovativ in einer herausfordernden Gegenwart?

Literatur zur Einführung:

M. Kreidler-Kos / N. Kuster, Der Mann der Armut. Franziskus – ein Name wird Programm, Freiburg i Br. 2014, 147-161.
N. Kuster, Franz von Assisi. Freiheit und Geschwister- lichkeit in der Kirche (Franziskanische Akzente 5), Würzburg 2015.
M. Kreidler-Kos, Lebensmutig. Klara und ihre Gefähr- tinnen (Franziskanische Akzente 6), Würzburg 2015.

Über den gesamten Vorlesungszyklus informiert Sie der Veranstaltungsflyer.

Ansprechpartner

Dr. Martina Kreidler-Kos

Dr. Martina Kreidler-Kos • Lehrbeauftragte für Theologie der Spiritualität

kreidlerkos@web.de

Br. Dr. Niklaus Kuster OFMCap

Br. Dr. Niklaus Kuster OFMCap • Dozent für Spiritualitätsgeschichte

niklauskuster@vtxmail.ch